Gartenschätze: Schwimmteich anlegen: Naturnaher Badespaß im Garten
Einleitung
April 2025 Ein eigener Schwimmteich oder Naturpool im Garten bietet ein einzigartiges Badeerlebnis – ganz ohne Chlor oder andere Chemikalien. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Planung, Bauweise und Pflege von Schwimmteichen und Naturpools.
Schwimmen in klarem Wasser, das ganz ohne chemische Zusätze sauber gehalten wird, ist in Schwimmteichen und Naturpools möglich. Das Wasser ist sanft und schadet weder der Haut, den Augen noch den Atemwegen. Es wird durch Pflanzen, in Regenerations- und Filterzonen, von Mikroorganismen und durch eine spezielle Filtertechnik gereinigt. Ob Sie einen Schwimmteich oder einen Naturpool wählen, hängt vom Platzangebot in Ihrem Garten sowie Ihren Badevorlieben und Wünschen an das Design der Anlage ab.
Schwimmteich anlegen – Natur pur nach oben
Bereits vielfach gebaut und sehr beliebt sind Schwimmteiche. In einem klassischen Schwimmteich wird das Wasser ausschließlich in der integrierten, bepflanzten Regenerationszone geklärt. Diese Klärzone nimmt in der Regel 50 Prozent der Wasserfläche ein.
Die Gesamtgröße der Wasserfläche eines Schwimmteichs sollte mindestens 45 Quadratmeter betragen. Je größer der Teich ist, umso stabiler ist sein Ökosystem. Fachleuchte empfehlen eine Wasserfläche von 100 Quadratmetern für ein gut ausbalanciertes Ökosystem und somit auch eine gute Selbstreinigung des Teichwassers. Eine Schwimmteichpumpe kann zusätzlich die Reinhaltung des Wassers unterstützen. Sie sorgt für eine permanente, leichte Umwälzung und mechanische Filterung des Wassers.
Die organische Formgebung der Teichlandschaft bietet durch ihre Gestaltung mit Steinen, Kies, vielen Wasserpflanzen und einer vielfältigen Uferbepflanzung Lebensraum für Insekten und Amphibien. Der Schwimmbereich, der 1,5 bis zwei Meter tief sein sollte, ist in der Regel durch senkrechte Beckenwände, die unterhalb der Wasseroberflächen enden, von der Regenerationszone getrennt und kann so zum Beispiel mit einem Poolroboter gereinigt werden. Der Einstieg sollte über eine Treppe, Steine oder ein angrenzendes Holzdeck direkt in den Badebereich erfolgen, denn die Regenerationszone sollte nicht betreten werden. Das muss auch bei der Platzierung des Teichs im Garten beachten werden. Ein Sitzplatz, von dem aus man ins kühle Nass gelangen möchte, sollte direkt an den Schwimmbereich angrenzen oder als Holzdeck in die Schwimmfläche hineinragen. Wer Lust auf ein bisschen Abenteuer hat, plant Trittsteine in der Regenerationszone ein. Schritt für Schritt kann man achtsam und vorsichtig auf den Steinen durch die Wasserpflanzenwelt schreiten und dabei ganz in Ruhe Libellen, Frösche & Co. aus der Nähe betrachten.
Letztendlich besteht ein Schwimmteich aus einer großen Wasserfläche, die sowohl den Schwimmbereich als auch die bepflanzte Zone umfasst. Geschwommen wird also gemeinsam mit Lurchen und Fröschen, wenn man die scheuen Tiere im Wasser überhaupt zu Gesicht bekommt. Auf einen Fischbesatz im Schwimmteich sollten Sie jedoch verzichten. Denn Fische steigern den Nährstoffgehalt der Wassers und dadurch würde das Algenwachstum gefördert werden.
Die Anlage eines Schwimmteichs ist nicht einfach und erfordert Fachwissen. Hilfe bekommen Sie bei Garten- und Landschaftsbaubetrieben, die entweder mit einem Systemanbieter, der Pumpentechnik und andere Ausstattung liefert, zusammenarbeiten oder die eigene, individuelle Teich-Bauweisen entwickelt haben.
Naturpool im modernen Look nach oben
Wer die Optik eines klassischen Swimmingpools bevorzugt, der wählt einen Naturpool. Bei dieser Poolart wird das Wasser biologisch-mechanisch geklärt, indem ihm Phosphat und Kalziumkarbonat entzogen werden. Dem Wasser werden keine desinfizierenden Zusatzstoffe beigesetzt. Die Filterzone kann bepflanzt werden oder unbepflanzt bleiben. Sie kann direkt an den Schwimmbereich angegliedert werden. Aber ein Aufbau mit einer ausgelagerten Filterzone ist ebenfalls möglich, sodass die Wasserflächen von Bade- und Filterzone voneinander getrennt sind.
Naturpoolmodelle sind in diversen Größen erhältlich. Eine Mindestgröße für die Wasserfläche gibt es nicht. Das Pumpensystem arbeitet effizient und ist sparsam im Stromverbrauch. Im Winter wird das Wasser nicht abgelassen, es verbleibt im Becken. Genau wie bei Schwimmteichen gibt es verschiedene Systemanbieter, mit denen Garten- und Landschaftsbaufirmen zusammenarbeiten. Die Poolanlagen können mit Fertig-, Folien-, Styropor- oder Betonbecken gebaut werden. Die nötige Pooltechnik lässt sich in einem Pumpenschacht, der zum Beispiel mit einem Holzdeck abgedeckt wird, oder in einem Gartenhäuschen oder Technikraum im Wohnhaus unterbringen.
Eine Frage des Geschmacks nach oben
Wer Wert auf eine designorientierte Pooloptik legt und auf den Grünaspekt von bepflanzten Wasserzonen verzichten möchte – was aus ökologischer Sicht sehr schade ist –, greift auf Modelle zurück, die keine bepflanzte Filterzone haben. Die nötige Filtertechnik wird unterirdisch oder im benachbarten Gartenhäuschen untergebracht ist. Der Pflegeeinsatz ist bei solchen Poolmodellen höher, kann aber automatisiert werden. Es sei erwähnt, dass jeder Naturpool eine Filteranlage benötigt, um das Wasser zu reinigen. Poolmodelle ohne bepflanzte Filterzonen benötigen mehr Technik.
Naturpool-Varianten, in denen zur Klärung des Wassers eine bepflanzte Filterzone integriert ist, fügen sich genauso schön in modern gestaltete Gärten wie die eben erwähnten „reinen“ Pools ohne Grün. Die Pflanzenzone kann direkt an den Schwimmbereich angegliedert oder auch in einem einige Meter entfernt liegenden Becken eingebaut werden. Sogar höher gelegene Filterzonen-Becken oder Filterzonen, die als Wasserspiel fungieren, lassen sich realisieren und bieten schöne Gestaltungsmöglichkeiten. Wer möchte, kann auch Planschbereiche für Kinder mit flachen großen Steinen oder einen Bachlauf integrieren. Lassen Sie Ihrer Gartengestaltungs-Fantasie einfach freien Lauf und erschaffen Sie sich Ihre private Wasserlandschaft.
Der Gartengestalter Heiko Lüttge vom Garten- und Landschaftsbaubetrieb Esken & Hindrichs (Gärtner von Eden) weist auf eine Wassersparmöglichkeit beim Bau von Naturpools hin: „Es bietet sich an, im Poolkonzept auch eine Zisterne einzuplanen.“ In diese Zisterne kann das Wasser eingeleitet werden, das beim Rückspülen der Filter anfällt. Auch das Überlaufwasser des Pools könnte eingespeist werden. Und natürlich könnten auch die Oberflächen- und Dachentwässerung an diese Zisterne, die mindestens 5.000 Liter fassen sollte, angeschlossen werden. So wird der Naturpool Teil des nachhaltigen Wassermanagements eines Gartens. Außerdem empfiehlt Lüttge den Strombedarf für Filter- und Pumpentechnik mit Solarenergie und/oder mit Wärmepumpen zu erzeugen. Um Wärmeverluste zu minimieren, rät er zu einer Poolabdeckung, am besten aus Solarlamellen.
Projekt: Naturbadeteich nach oben
Dieser Badeteich liegt eingebettet in eine Staudenbepflanzung und umrandet von einem Holzsteg aus Lärche an einer sonnigen Stelle im Garten. Die gesamte Wasserfläche umfasst 45 Quadratmeter. 20 Quadratmeter nimmt die mit heimischen Sumpf- und Unterwasserpflanzen sowie Seerosen bepflanzte Regenerationszone ein. Das Becken wurde mit Betonschalungssteinen gebaut und gründet auf einem Betonfundament. Der Teich ist mit einer 1,5 Millimeter starken, olivgrünen PVC-Schwimmteichfolie ausgestattet. Der Einstieg in den 1,5 Meter tiefen Schwimmbereich erfolgt bequem über eine Edelstahltreppe. Eine Teichpumpe ist neben dem Teich platziert, gut abgeschirmt durch Sträucher und Stauden. Sie sorgt dafür, dass ein Wasserumlauf erfolgt. Das Wasser sprudelt über zwei Düsen, die im Schwimmbereich liegen, wieder zurück in den Teich. Für die Oberflächenreinigung ist ein Skimmer zuständig. Planung und Ausführung: Baumrausch – Gartengestaltung und Baumpflege, www.baumrausch.de
Schwimmteich anlegen: Standort und Bau nach oben
Ein sonniger Platz ist sowohl für einen Schwimmteich als auch für einen Naturpool ideal. Die Regenerationszone kann jedoch zeitweise beschattet werden. Wenn möglich, sollten in der Nähe keine allzu großen Bäume stehen, denn herabfallendes Laub fördert die Algenbildung im Wasser.
Wer einen Schwimmteich anlegen möchte, sollte beachten, dass der Teich nach der Neuanlage zunächst sein ökologisches Gleichgewicht finden muss und erst einmal für etwa acht Wochen nicht zum Schwimmen genutzt werden sollte. Tipp: Den Schwimmteich besser im Herbst anlegen, dann kann sich das Leben in der Wasserwelt in Ruhe entwickeln und in Balance kommen. Geplanscht werden kann dann ab den ersten warmen Frühlingstagen im darauffolgenden Jahr.