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Energie: Energiewende im Heizungskeller

Einleitung

April 2025 Steigende CO2-Preise und strengere Emissionsgrenzwerte machen den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme attraktiv.
Moderne Anlagen sind hocheffizient und emissionsarm. Wir haben uns mit den wichtigsten Fragen dazu beschäftigt.

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Moderne Heizsysteme sind hocheffizient

Wer über die Erneuerung der Heizungsanlage nachdenkt, hat noch die freie Wahl unter allen Heiztechniken und Brennstoffen. Ab 2026 sind Neuinstallationen von Heizungsanlagen mit Öl nur noch als Hybridsysteme möglich, also unter Einbindung erneuerbarer Energien. Steigende Gaspreise, sowie die CO2-Steuer und die unklare Zukunft von Gasheizungen in Bezug auf den Klimaschutz veranlassen viele Hausbesitzer, über Alternativen zur eigenen Heizung nachzudenken. Dabei gibt es so einiges zu beachten. Wichtig ist: Nur wenn die Heizung auch zum Gebäude passt, heizt man umweltschonend und kosteneffizient.

Wärmepumpe nach oben

Kann ich von meiner Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen?

Hier stellt sich die Frage: Kann ich von meiner Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen? Technisch ist das kein Problem. Dass Wärmepumpen auch in Altbauten effizient und nachhaltig heizen, ist längst bestätigt. Bei der Planung ist es wichtig, die Bedingungen vor Ort zu beachten. In der Regel eignen sich Luftwärmepumpen gut für die Sanierung. Aber auch erdgekoppelte Systeme sind möglich, da sie geringere Betriebskosten verursachen. Was viele Hausbesitzende nicht wissen: Alte Heizkörper müssen bei der Heizungssanierung nicht zwangsläufig ausgetauscht werden. Denn mittlerweile gibt es Wärmepumpen, die auch effizient mit hohen Vorlauftemperaturen arbeiten – so können auch die meisten klassischen Heizkörper weiter genutzt werden. Ob sich ein Austausch lohnt, können Profis schon bei der Planung berechnen.

Für den Antrieb und die Pumpe braucht jede Wärmepumpe Strom. Besonders kosteneffizient wird die Wärmepumpe, wenn sie mit Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt wird. Ob sich das Dach Ihres Hauses oder andere Flächen dafür eignen, kann Ihr Fachhandwerksbetrieb ermitteln. Die Wärmepumpe ist zwar in aller Munde, wenn es um die Heizungserneuerung geht. Doch gerade in bestehenden Wohnhäusern ist sie nicht immer die einzige Option, um Heizkosten zu senken und das Klima zu schonen. Vorab sollte daher eine gründliche Prüfung und Analyse erfolgen, um zusätzliche Umbaukosten zu vermeiden.

Alternative Holz nach oben

Die Leistung des Pelletkessels BPH 4/16 green passt sich automatisch einem Wärembedarf zwischen vier und maximal 16 Kilowatt an.

Wer auf regenerative Energiequellen als Alternative zu der alten Heizung setzen möchte, kann auch mit Holz heizen. Anders als bei der Wärmepumpe, ist die Energiegewinnung zwar auch an einen Verbrennungsprozess gebunden, dieser wird aber als CO2-neutral bezeichnet. Dabei sind vor allem Pellet- und Scheitholzkessel interessant. Letztere verwendet Stückholz (Scheitholz) als Brennstoff. Ein Holzvergaserkessel ist ideal für alle, die sich das Scheitholz selbst beschaffen und einen entsprechenden Lagerplatz haben. Im Gegensatz zu Pelletheizungen erfordert die Scheitholzheizung oft mehr manuelle Arbeit, da das Holz regelmäßig nachgelegt werden muss. Scheitholzheizungen können eine angenehme, strahlende Wärme erzeugen und sind oft in Form von Kaminöfen oder Kachelöfen zu finden. Die Anschaffungskosten für Scheitholzheizungen sind oft niedriger, jedoch können die Betriebskosten variieren, abhängig von der Holzverfügbarkeit und den Preisen.

Statt Öl oder Erdgas werden bei Pelletheizungen für die Wärmegewinnung Holzpellets verbrannt. Diese bestehen aus gepresstem, getrocknetem Holzabfall (z. B. Sägemehl). Sie haben in der Regel einen hohen Wirkungsgrad und produzieren weniger Emissionen im Vergleich zu anderen Holzheizungen. Der Brennstoff wird automatisch zugeführt. Holzpellets sind ein erneuerbarer Brennstoff, der CO2-neutral ist, solange die Holzernte nachhaltig erfolgt. Pelletheizungen benötigen weniger Platz für die Lagerung des Brennstoffs im Vergleich zu Scheitholz. Beide Heizsysteme haben ihre Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt oft von den individuellen Bedürfnissen, dem Platzangebot und den persönlichen Vorlieben ab.

Ölheizung weg? Raum frei! nach oben

Wer seine Ölheizung durch eine Holzheizung ersetzen möchte, sollte unbedingt einen Pufferspeicher einplanen. Denn anders als bei fossilen Brennstoffen kann der Verbrennungsprozess nicht so einfach unterbrochen werden. Um auch bei einem schwankenden Wärmebedarf einen effizienten Betrieb zu gewährleisten, wird der Wärmeüberschuss für die spätere Nutzung im Speicher zwischengelagert. Der dafür benötigte Platz ist nach dem Ausbau von Ölkessel und Öltank aber in der Regel vorhanden. Ebenso der Platz für die notwendige Lager- und Fördertechnik.

Alte Gasheizung gegen eine neue? nach oben

Ein solcher Austausch ist möglich – jedoch nur mit gewissen Einschränkungen. Ging es um die Heizungsmodernisierung, waren Gasheizungen mit Brennwerttechnik lange eine beliebte Alternative zur Ölheizung. Dafür sprachen die vergleichsweise geringen Anschaffungskosten und die erprobte Technik. Es ist wichtig, bei der Planung einer neuen Heizung an die Zukunft zu denken und schon jetzt auf umweltfreundliche Heizsysteme zu setzen. Der Grund dafür ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dieses sieht nach Ablauf der Fristen für die kommunale Wärmeplanung (WPG) vor, dass auch in Bestandsgebäuden jede neu installierte Heizung mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen muss.

Das ebenfalls seit dem 01.01.2024 geltende Wärmeplanungsgesetz (WPG) wiederum schreibt allen Kommunen vor, bis Juli 2026 bzw. Juli 2028 einen individuellen Wärmeplan vorzulegen. Sollten Sie sich während dieser Übergangsphase für eine Gasheizung entscheiden, müssen Sie diese ab 2029 mit einem steigenden Anteil an grünen Brennstoffen betreiben. Zudem greift beim Einbau einer neuen Heizung mit Verbrennungstechnik eine Beratungspflicht durch eine fachkundige Person, die über mögliche Risiken beim Einbau einer Heizung mit Brennwerttechnik aufklären soll. Desweiteren ist ein deutlicher Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe, auch durch die CO2-Bepreisung, zu erwarten. Spätestens ab Inkrafttreten des kommunalen Wärmeplans gilt dann beim Heizungstausch (zum Beispiel im Havariefall) die Anforderung, mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen.

Entscheiden Sie sich trotzdem für ein neues Gasgerät, sparen Sie mit moderner Gas-Brennwerttechnik fossile Energie, weil die neuen Geräte effizienter arbeiten als alte. Die Brennwerttechnik kann die Wärme aus der Gasverbrennung um bis zu elf Prozent erhöhen im Vergleich zu älteren Heizsystemen. Es könnte auch sinnvoll sein, ein effizientes Gas-Brennwertsystem mit einer umweltfreundlichen Technologie wie einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage zu kombinieren. In diesem Fall spricht man von einer Hybridheizung.

Schrittweiser Umstieg: Die Hybrid-Lösung nach oben

Eine Hybridheizung nutzt eine Kombination aus erneuerbaren Energien.

Eine Hybridheizung nutzt eine Kombination aus erneuerbaren Energien (z. B. Wärmepumpe, Solarthermie oder Holzpellets) und konventionellen Heizsystemen (z. B. Gas- oder Ölheizung). Die Steuerung erfolgt automatisch: Das System entscheidet, welche Energiequelle gerade effizienter oder günstiger ist. Besonders im Altbau kann das sinnvoll sein, um bestehende Systeme zu modernisieren und Energiekosten zu senken. Die richtige Kombination hängt vom Gebäude, den vorhandenen Heizsystemen und den individuellen Bedürfnissen ab. Eine professionelle Energieberatung hilft bei der optimalen Planung.

Solarthermieanlagen sind nahezu immer eine sinnvolle und klimaschonende Systemergänzung von bestehenden Heizungsanlagen. Die kostenlose Energie der Sonne unterstützt sowohl Heizung als auch Trinkwassererwärmung. Gerade bei der Heizungsmodernisierung ist eine Kombination mit Solarkollektoren eine Überlegung wert. Eine nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtete Dachfläche ist ideal, aber auch an der Fassade lassen sich die Sonnenkollektoren installieren. Damit die Solarwärme, die an sonnigen Tagen gesammelt wird, auch abends oder am nächsten regnerischen Tag genutzt werden kann, braucht die Solaranlage einen großen Wärmespeicher. Platz dafür findet sich in der Regel im Keller. Ob eine Kombination aus Solarthermie und Gas- oder Ölheizung die erforderlichen Werte im Sinne des GEG erfüllt, können Sie mit einem Fachbetrieb oder in einer Energieberatung klären. Wichtig zu wissen: Mit Solarthermie allein lässt sich nicht heizen (weitere Informationen und Handwerker finden Sie auf der Webseite solarwirtschaft.de).

Anbindung an ein Fernwärmenetz nach oben

Hier besteht die Heizungslösung darin, keine eigene Heizung einzubauen, sondern durch ein zentrales Heizkraftwerk oder Blockheizkraftwerk zu ersetzten. Fernwärmenetze versorgen Haushalte über ein Rohrleitungssystem mit Raumwärme und zum Teil auch mit Warmwasser. Eine Übergabestation im Haus macht das Heizwasser für die Heizung und Warmwasserbereitung nutzbar. Diese Möglichkeit soll durch die kommunale Wärmeplanung perspektivisch ausgebaut werden, wird jedoch nicht flächendeckend und in allen Regionen umsetzbar sein. Fragen Sie in Ihrer Kommune nach, wann es ein Wärmenetz in Ihrem Wohnort geben soll.

Beratung und Förderung nach oben

Jede Immobilie ist individuell und so kann eine Technologie, die im Neubau perfekt funktioniert, bei einem Altbau völlig unpraktisch oder ineffizient sein. Ein Heizungsfachbetrieb übernimmt nicht nur den Einbau, sondern unterstützt auch bei Auswahl und Planung der Heizungsanlage. Viele Fachbetriebe sind überlastet. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Installations-Fachbetrieben auf. Es kann auch sinnvoll sein, einen Gebäudeenergieberater einzuschalten. Dieser berät nicht nur bei der Wahl der klimafreundlichen Heizung, sondern auch zum energetischen Sanierungsbedarf (Suche im Netz unter energie-effizienz-experten.de). Ebenso ist die Energieberatung der Verbraucherzentrale eine gute Anlaufstelle (verbraucherzentrale-energieberatung.de). Nach dem Ende der Heizsaison ist der beste Zeitpunkt, um die Erneuerung der Heizungsanlage anzugehen. Wichtig ist auch bei der Heizungserneuerung, an den Wärmeschutz wie Dämmung zu denken. Damit reduzieren Sie den Energiebedarf Ihres Hauses und die Heizungsanlage kann kleiner dimensioniert werden.

Vor der Auftragsvergabe können oftmals regionale, landes- und bundesweite Fördermittel beantragt werden – in Form von Zuschüssen oder günstigen Krediten. Wie sich die Lage der Förderungen entwickelt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Regelungen für funktionierende Öl- und Gasheizungen nach oben

Funktionierende Heizungen dürfen weiter betrieben werden. Das gilt auch, wenn die Heizung defekt ist, aber noch repariert werden kann. Für den Fall, dass ein Komplettaustausch einer irreparablen Gas- oder Ölheizung erforderlich ist, gibt es Übergangslösungen und -fristen. Zunächst könnte auch eine gebrauchte oder gemietete Gasheizung eingebaut werden.

Was leisten Infrarotheizungen? nach oben

Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung. Mit einer Leistung zwischen 200 und 2.000 Watt erzeugen sie Strahlungswärme, die sofort auf der Haut spürbar ist. Sie erwärmen zudem nicht die Luft, sondern Gegenstände im Raum, die dann ihrerseits die Wärme wieder abgeben. Aber dafür brauchen sie Strom. Und Heizen mit Strom könnte teuer werden. Die Stiftung Warentest hat das mal berechnet: Um eine 100-Quadratmeter-Wohnung nur noch per Infrarotheizung zu wärmen, müsste man mehrere Infrarotheizungen in der gesamten Wohnung verteilen, mit einer Gesamtleistung von etwa 8.000 Watt Leistung. Laufen die Geräte in der kalten Jahreshälfte täglich acht Stunden, kämen 11.680 Kilowattstunden im Jahr zusammen − macht bei 40 Cent pro Kilowattstunde knapp 4.700 Euro im Jahr. Fazit der Stiftung Warentest: Infrarotheizungen können eine Notlösung sein, wenn beispielsweise die Gasversorgung vorübergehend ausfällt. Doch nach der vergleichsweise günstigen Anschaffung kann ihr Stromverbrauch gehörig ins Geld gehen.

  • Energie: Elektroheizkörper für wohlige Wärme