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Werkzeuge: Alles glatt – oder was? Schleifen und Schleifgeräte

Einleitung

April 2025 Geschafft! Der Gartenstuhl ist soweit restauriert, die Scharniere sind poliert und geölt. Fehlt noch die Oberfläche. Egal, ob der Stuhl „natur“ bleibt, geölt oder lasiert wird: Eine sorgfältige Vorbehandlung ist unumgänglich. Schleifen ist das Gebot der Stunde. In Handarbeit oder mit Hilfe einer Schleifmaschine, die die mühsame Arbeit erleichtern soll. Das GeräteAngebot mit unterschiedlichsten Techniken ist groß. Und: Die Geräte haben alle ihre Vor- und Nachteile.

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Die legendäre Schleif-Mouse von Black+Decker von 1998 – mittlerweile mit 18-Volt-Akku und kabelloser Bewegungsfreiheit. Die spitz zulaufende Schleifplatte passt gut in Eckbereiche.

Gibt es ein „Muss-Gerät“? nach oben

Es gibt keine richtige Empfehlung. Ob und welches Gerät überhaupt gebraucht wird oder ob Handarbeit nötig ist, liegt bei dem zu bearbeitenden Objekt: Ist die Form eben oder geschwungen, groß oder klein, das Material weich oder hart, aus Holz oder Metall? Wir geben einen kleinen Überblick über die unterschiedlichen Schleifgeräte und ihre speziellen Einsatzgebiete. Schön, wenn wir Ihnen damit helfen können, für Ihr nächstes Projekt richtig gerüstet zu sein.

Grundsätzliches nach oben

Nicht nur bei den Schraubern (siehe Akkuschrauber Kaufberatung: Die wichtigsten Fakten im Überblick), auch bei den Schleifern spielt der Lithium-Akku als Energiequelle eine große Rolle. Kabelgebundene Geräte – meist stationäre Maschinen – gibt es nach wie vor. Aber egal ob Delta-, Exzenter- oder Band-Schleifer – Akku-Geräte liegen weit vorne. Die 12-Volt-Geräte – in Kraft und Ausdauer nicht zu unterschätzen – sind in der Regel kompakt und leicht und finden ihren Einsatz bei kleinen bis mittleren Projekten. 18-Volt-Geräte decken sowohl den Profi-, wie den Heimwerkerbereich ab.

Die Schleifgeräte nach oben

Gängig sind Delta-/Dreiecks-/Schwingschleifer; auch Exzenter- und Bandschleifer sowie die Winkelschleifer. Mit Geradeschleifern, Rollen- sowie Wand-/Decken-Schleifern werden die Einsatzgebiete schon spezieller. Auch stationäre Geräte sind prima Alternativen. Insbesondere wenn man über genügend Platz in der Heimwerkstatt verfügt.

Dreiecks-, Delta- und Schwingschleifer

Oszillierende Multifunktionsgeräte bewähren sich hervorragend beim Schleifen und Sägen. Vorne der Metabo (18-Volt-Akkusystem) mit anbaubarem Absaugsystem durch die Schleifplatte. Hinten das kompakte Akkugerät von Worx mit Brushless-Motor.
Der Worx „Sandeck“ (20-Volt Powershare-System): Drei wechselbare Schleifplatten machen ihn zum Dreieck-, Exenter- und „klassischem“ Schwingschleifer in Einem.

Diese Geräte arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Die Schleifscheibe, auf der das Schleifpapier aufliegt, wird in eine feine kreisförmige Schwingung versetzt. Meist kann die Geschwindigkeit dieser Schwingung stufenlos verstellt werden, was dann neben dem Korn des verwendeten Schleifpapiers den Arbeitsfortschritt bestimmt. Der klassische Schwingschleifer hat eine rechteckige Schleifplatte, eignet sich für größere Flächen und randnahes Arbeiten. Nachteil: Winkel oder enge Arbeitsbereiche sind kaum erreichbar. Hier sind die Delta-/Dreieckschleifer mit ihren kleinen dreieckigen Schleifflächen im Vorteil. Oft sind diese Schleifer mit speziellem Zubehör für Rundungen, Ecken und Kanten ausgerüstet. Schleifpapier wird meist aufgeklettet. Auch die Multifunktionsgeräte mit ihrer oszillierenden Arbeitsweise eignen sich neben dem Sägen hervorragend zum Schleifen. Mit ihren dreieckigen Schleifplatten sind sie Spezialisten für feines Arbeiten.

Dieser Gerätegruppe gemeinsam ist, dass sie einen relativ geringen Abtrag bietet, der Arbeitsfortschritt also gegenüber anderen Schleifmethoden geringer ist.

Exzenterschleifer

Zwei 18-Volt-Akku-Exzenterschleifer: beide mit Staubfangsystem und per Adapter auch an Staubsauger anschließbar. Links: Gerät aus der Ryobi One+ Akku-Familie, rechts: Gerät aus der V20-Akku-Serie Stanley FatMax

Sie arbeiten sehr effektiv, haben einen hohen Abtrag und eignen sich für die Bearbeitung größerer Flächen. Die drehende Bewegung des runden Schleiftellers ist mit einer Schwingung kombiniert, so ergibt sich ein exzellentes Schleifbild. Die Drehgeschwindigkeit lässt sich meist dem Material entsprechend anpassen. Tipp: Das Gerät erst auf die Arbeitsfläche stellen und dann einschalten. So vermeidet man Riefenbildung beim Ansetzen. Ebenso den Schleifer erst ausschalten und dann von der Arbeitsfläche nehmen.

Bandschleifer

(Links) Ein netzbetriebener Bandschleifer mit montiertem Schleifrahmen (Black+Decker), (rechts) ein Montageblock, mit dem sich der Schleifer in ein stationäres Gerät verwandeln lässt
Walzenschleifer – wie der Bosch im Foto – eignen sich mit der anpassungsfähigen Schleifrolle bestens für geformte Oberflächen.

Diese Geräte treiben ein „Endlos“-Schleifband über zwei Gummiwalzen an, zwischen denen sich eine Andruckplatte befindet. Sie haben den größten Abtrag und eigenen sich besonders für große, ebene Flächen oder Balken, Latten und Bretter. Eine Drehzahlregelung ist Standard. Bandschleifer erfordern wegen ihres hohen Abtrags und der dadurch drohenden Riefenbildung Übung im Umgang. Flächenrahmen helfen beim Schleifen größerer Flächen und um die Riefenbildung – vor allem beim Aufsetzen des Geräts – zu vermeiden. Eine Variante der Bandschleifer sind Bandfeilen, mit einem nur etwa 1 Zentimeter breiten endlosen Schleifband. Bestens geeignet fürs Formschleifen oder die Bearbeitung von Ecken, Kanten und engen Stellen. Flächenbearbeitung liegt ihnen dagegen gar nicht.

Winkelschleifer

In diesem Winkelschleifer (18-Volt-One+/Ryobi) ist eine Fächerscheibe montiert, die sich perfekt für die Oberflächenbearbeitung von Metallen eignet.

Auch Trennschleifer genannt, ermöglichen sie größte Abträge. Ihre extrem hohen Geschwindigkeiten (um 10.000 Umdrehungen/Minute) befähigen sie vor allem für Trenn- und Schleif-Arbeiten an Metallen, Steinen, Fliesen und Beton. An Holz sind sie nur bedingt einsetzbar, da schnell ungewollte Riefen entstehen. Gängig sind Geräte mit Scheibendurchmessern von 115 oder 125 Millimetern. Trenn- und Schleifscheiben gibt es in großer Auswahl und für spezielle Einsatzbereiche. Achten Sie auf qualitativ hochwertige Scheiben, die den hohen Arbeitsgeschwindigkeiten gewachsen sind!

Geradschleifer

Eine Besonderheit in der Ryobi Akku-Serie One+ ist der Geradschleifer „RDG18C“ mit variablen Geschwindigkeiten bis 22.000 Umdrehungen/Minute! Entrosten, Lackentfernung und die Metallbearbeitung sind seine Stärken. Davor der Polierschleifer „RDP 18“ für kleinflächiges Schleifen und sorgfältiges Polieren.

Sie arbeiten mit sehr hohen Geschwindigkeiten – bis um 22.000 Umdrehungen/Minute. Damit sind sie für die Bearbeitung harter Materialien prädestiniert. Die Geräte finden meist in der Metallbearbeitung Anwendung – vielfach mit Pressluft betrieben. Sind die Drehgeschwindigkeiten regelbar, lassen sich aber auch Hölzer mit geeigneten Schleifvorsätzen bearbeiten. Zum Beispiel strapazierte Holzoberflächen, die einer Generalüberholung bedürfen. Auch hier müssen die Einsatzwerkzeuge unbedingt für die hohen Geschwindigkeiten ausgewiesen sein.

Schleiftipps nach oben

Schleifen ist eine staubige Angelegenheit, je nach Material ist dies gesundheitlich auch nicht unbedenklich. Bevorzugen Sie Geräte mit leistungsfähigen Auffangsystemen oder einem Anschluss für Allzwecksauger. Oder tragen Sie eine geeignete Maske. Gelochte Schleifpapiere sollten genau über den Ansaugöffnungen der Schleifteller platziert sein, damit die Absaugung auch funktioniert.

Die Qualität der eingesetzten Schleifmittel ist entscheidend für den Arbeitserfolg. Vermeintliche Schnäppchen erweisen sich gerne als Reinfall. Markenware ist in der Regel mit hochwertigen Schleifkörpern besetzt, die hohe Standzeiten – also geringe Abnutzung, längere Einsatzzeiten und präzises Abtragen garantieren. Ebenso kommt es auf die richtige Anwendung an: Zu hohe Geschwindigkeiten oder zu hoher Druck aufs Gerät erhitzen Schleifmittel und Objekt, was zu schnellerem Zusetzen führt. Auch die Maschine wird übermäßig belastet.

Tipp: Arbeiten Sie von „grob zu fein“ – also beginnen Sie z. B. beim Abschleifen einer Lackschicht mit einem 60er oder 80er Papier und gehen dann nach und nach zu feineren Papieren über.

Fazit: Die eine Maschine für alles gibt es nicht. Wichtig ist, die Stärken der einzelnen Maschinen zu kennen und sie für die jeweilige Arbeit optimal einzusetzen.

  • Werkzeuge: Akkuschrauber Kaufberatung: Die wichtigsten Fakten im Überblick